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Eitles Schaulaufen in DavosMittwoch, 25. Januar 2012
Fast dasselbe Datum für das Familientreffen der Reichsten, ein Schaulaufen der mächtigsten Männer der Welt in Davos, wie im letzten Jahr. Darf man Punkte abhaken die im letzten Jahr zur Erledigung vorlagen? Diese Frage gibt uns der Gründer des Weltwirtschaftsforum Schwab, gleich zur Antwort.“ Man habe es versäumt die Finanzkrise richtig einzuschätzen“. Ein schönes Armutszeugnis. Da hocken 1.600 Topmanager, Bankenchefs, Wirtschaftsweise zusammen, referieren über neue Modelle des Kapitalismus, Schwab gleich im Vorfeld; „Der Kapitalismus in seiner heutigen Form ist nicht länger das Wirtschaftsmodell, das die globalen Probleme lösen kann“. Jo mei, darüber sind wir uns schon lange einig. Die Herren da oben in kristallklarer Luft von Davos, kosten uns eine Menge Geld. Das Gewicht ihrer Aussagen interessiert keinen, kaum ausgesprochen gehört es der Vergangenheit an und hat mit der wirtschaftlichen Handhabung für die Zukunft nichts zu tun. Einfach ein Familientreffen von Staats- und Regierungschefs und das bitte, sollten sie aus eigener Tasche bezahlen, was sag ich, selbst ihre eigene Tasche wurde von uns finanziert. Frankreich und Griechenlands Chefs sollen wie ich höre nicht dabei sein? Sollte Griechenland geholfen werden und wie? Eine unendliche, fast rhetorische Frage. Sie werden über Wachstum, einzig gültiges Wort der IWF, palavern, das heißt Steuereinnahmen erhöhen, statt zu senken. Den Bürger weiter abwürgen, wie wir es schon lange in Deutschland, den Jahren Schröders, vor allem erfahren durften. Hartz IV brachte das Geld auf die Halde, die allerdings nicht in Deutschland investiert werden nein, darüber wird global verfügt, sollte es nicht reichen, streichen wir im sozialen Bereich. Die Gräben zwischen Arm und Reich lassen sich noch vertiefen, solange Geschäftemachen als Verbesserung im Vordergrund steht. Windjammer-Ästhetik für RomantikerSamstag, 21. Januar 2012
Wer je an einer Küste, an einem Strand stand und auf der Linie am Horizont entlang, wo Meer und Himmel zu einer Farbe verschmelzen, beobachtet wie in Zeitlupe, ein Schiff sich langsam seinem Blickfeld entzieht, spürt all seine Sinne. Das ist Romantik pur, wer sehnt sich nicht auf eine Schiffsreise um egal, was ihn gerade bindet, hinter sich zu lassen. Nicht nur wer mit dem goldenen Löffel im Mund auf die Welt kam, segelte über die 7 Weltmeere, wer arm war konnte anheuern, hier allerdings hatte sein Leben wenig mit Romantik zu tun, da verschwand er im Bauch des Schiffes manchmal für Monate. Heute fahren Schiffe übers Meer, dass man meinen könnte St. Petersburg bei Nacht geistere über die See. Pötte über 4000 bald über 6000 Menschen an Bord sind nicht auf einer Seereise unterwegs, sie leisten sich ein luxuriöses Hotel ohne zwangsläufig daran erinnert zu werden, dass sie sich auf dem Meer bewegen. Der Nimbus, einer exklusiven, abenteuerlichen Kreuzfahrt ist von Interesse und andererseits Menschen aus einem anderen Kulturkreis zu beobachten, Neugier treibt die Massen bei Massenpreisen auf die Pötte. Dass es sich hierbei um ein Schiff handelt wird manchem erst bewusst, wenn die Tassen vom fein gedeckten Marmortisch fallen, oder der Kapitän in einem Rettungsboot an einem vorbeizieht. Das jetzige Unglück wird nicht verhindern, dass neue größere Pötte gebaut und rasant ausgebucht sein werden, die Kosten müssen sich schnell amortisieren. Aber es gibt sie noch die Abenteurer die die Meere besegeln nicht zu vergessen die alten restaurierten Windjammer die immer einige Privatpersonen mitnehmen, oder man fährt als Traineé mit. So habe ich es gemacht mit der Viermast Ex-Padua heute Krushenstern und Segelschulschiff mit 200 Kadetten an Bord und 30 Trainees aller Nationalitäten. Irgendwo im Netz kursiert meine Beschreibung der „Reise mit der Krushenstern“, sicher aber unter „Literatur-Cafe.de. Segeln ohne Motor, am Bug sitzen und die Farben der Saragossa-See beobachten. Nicht geschenkt bekommt man mich auf einen Pott genannt Traumschiff mit tausenden Menschen. Reiner Zynismus. Unfähigkeit unserer GesundheitsministerDienstag, 17. Januar 2012
Auch so ein Dauerthema.
Es brauchte schon einen havarierten Luxusdampfer um Wulff aus den Schlagzeilen zu kippen, obwohl wenn ich genau hinsehe, der Kapitän des Luxusdampfers in seinem Verhalten kaum von Wulff unterscheidet, da wird drum rum geredet, sich selbst erstmals in Sicherheit gebracht ganz nach dem Gustos unseres Bundespräsidenten. Was uns schon lange zum Hals raushängt, allerdings unser Geld kostet, (Wulff war kostenfrei bisher) was nur am Rande Erwähnung findet ist das leidige Thema unseres Gesundheitssystems, wenn dieses Thema nicht aktuell in den Blick gehoben wird, glauben wir nach wie vor, dass den Kassen Geld für Gesundheit fehlt. Das ist ein Trugschluss, die Kassen laufen über, nur der Überschuss kommt nicht zu den Patienten. Die gesamt Bürokratie aller Gesundheitsausgaben frisst ein Viertel aller Beiträge. Das darf nicht sein und bevor schon wieder eine Erhöhung angedroht wird, sollte man einmal die Verwaltung und ihre geldfressende Strukturen überprüfen. 2010 wurden 176 Milliarden Euro, beziehungsweise, 23 Cent je Euro eingezahlter Beiträge dafür ausgegeben. Das sind Verwaltungskosten wie sie kein einziger Industrie- Betrieb ausgibt. Eine Unternehmensberatung stellte fest, dass mindestens 13 Milliarden eingespart werden könnten und der Krankenkassenbeitrag könnte von 15,5 Prozent auf 14,2 Prozent gesenkt werden, dass wäre für einen normalen Satz der Versicherten eine jährlich Einsparung von 252 Euro. Allerdings kann von Einsparung nicht gesprochen werden für denjenigen der einen Arzt in Anspruch nehmen muss. Scheint als hätten die Ärzte ihren Nimbus als Götter in Weiß neu aufpoliert und überarbeitet. Was der einzelne beim Arzt zuzahlen muss, gleicht inzwischen einer Nötigung. Wollen sie ihr Rezept einlösen, nimmt die Apotheke noch einen extra Beitrag, weil die Kasse angeblich für ihr Medikament keinen Vertrag mit dem Hersteller hat. Beitragszahler sind die Milchkühe für das Gesundheitswesen, sie ernähren zigtausende in der Verwaltung ohne eine Leistung zu bekommen, wenn dann meist einen negativen Bescheid. Trotz neuerer Bestimmungen die weich wie Gummibärchen und zur Hilfe für den Patienten nicht zu gebrauchen sind. Der immer übertriebene Pflegenotstand könnte sofort aufgehoben werden, wenn die überschüssigen Milliarden aus den Krankenkassen dazu herangezogen würden. Denn Krankheit und Pflege schließt sich ja wohl nicht aus. Schreibschrift wird zur Variante der DruckbuchstabenSamstag, 14. Januar 2012
Hamburg stellt gerade die Wcichen für eine angeblich vereinfachte Schreibweise und läutet das Ende der Schreibschrift ein Unsere Schreibschrift die bisher die Druckbuchstaben in ganz individueller Weise verband, wurde 1941 eingeführt nach der Sütterlinhandschrift, die immer zackig preußisch daher kam. Die neue „Lateinische Ausgangsschrift LA“ durfte anfangs natürlich nicht individuell geschrieben werden, die wurde mit Rohrstock und tausendfacher Strafe „100 x in Schönschrift, in den Schülern eingebläut. Wenige Dinge unseres Alltags die sich nicht weiterentwickeln gibt es, die Schönschrift gehört dazu. Jetzt langsam aber sicher schleicht sie sich hinaus, samt Tinte und Füller. Seit jeder Haushalt einen Computer, eine Tastatur, oft mehrere Handys stehen hat, ist es aus mit Tinte oder Blei, der Liebsten schriftlich den Hof zu machen. Hochzeitseinladungen mit der Hand geschrieben, längst out. Wer musste nicht leiden unter der Schönschrift? Danksagungen von Geschenken zu allen Feiertagen persönlich, brieflich, die Nase tropfte und Schweiß sammelte sich unter der Achsel. Schreib schöner, hieß es von Vater und Mutter, fang nochmal an. Da verfluchte man schon längst das Geschenk. Doch kaum einige Jahre später mutierte wir sofort zum Hobbygraphologen, kam eine Karte ein Brief, von einem den man schätzte und nun anhand seiner Schrift gleich einzuordnen wusste. Zeig deine Schrift und ich sage dir wer du bist. Die Schrift ließ Raum zum Gestalten, mit Schwung nach allen Seiten, jeder Buchstabe mit dem anderen verbunden, so schrieben Menschen mit Familien und Beziehungssinn, die Buchstaben nur selten aneinander gelehnt, kamen von Menschen ohne Lust zur festen Verbindung. So fingen unsere groben Charakterisierungen, Ein-und Abschätzungen unserer Freunde an. Man kann noch eine ganze Weile die Schreibschrift romantisieren, aber dass sie uns buchstäblich aus den Händen gleitet ist nicht aufzuhalten. Die wenigen Zeilen die wir noch mit der Hand schreiben, kann durch Druckbuchstagen geschehen, alles andere wird in die Tastatur gehauen, schneller als die Fließgeschwindigkeit vom Rhein. Es ist bedauerlich ein Stück Kultur auch Bildung auch die individuelle Gestaltung, Abzeichnung deiner Stimmung oder Kreativität bleiben auf der Strecke. Per SMS oder Tastatur am PC sind zur Romantisierung wirklich nicht geeignet. Unsere Schreibschrift wird zukünftig in einem Handschriftenlehrgang oder im Kunstunterricht erlernt werden, oder sie geht unter wie die Sütterlinhandschrift. .. „Dialog über Deutschlands ZukunftMittwoch, 11. Januar 2012
“ Kein schlechter Neujahrsgruß unserer Kanzlerin war ihre Frage:“ Wie wollen wir zusammenleben und denen helfen die am Rande stehen? Wie sichern wir unseren Wohlstand? Das klang gut und wenn darauf Taten folgen, sind wir doch gerne bereit darüber nachzudenken wie wir unsere Gesellschaft verbessern könnten. Dazu lud sie uns ein, als Bürger mitzumachen. Ab Februar können wir auf einer speziellen Homepage eigene Vorschläge präsentieren und darüber abstimmen. Danach folgen öffentliche Diskussionen mit der Kanzlerin, außerdem sollen an die 100 Leute verschiedener Städte ihre Meinung zur deutschen Situation erörtern. Wie wollen wir leben, wovon wollen wir leben und lernen? Es ist ein Angebot quasi eine Aufforderung samt der Möglichkeit, wenn auch mit erforderlichen Beharrlichkeit Dinge durchzusetzen und zu verändern. Ein ähnliches allerdings globales Projekt ist der „Happy Planet Index“. Fangen wir bei uns im Detail an, wenn jeder Haushalt eine Liste erstellt, was er verändert haben möchte, ob er öffentlich mitmacht oder nicht, erlebt, dass seine Meinung, sein nachdenken reicht, um sein Handeln im Alltag zu beeinflussen. Für Politiker wird es wirken wie Botschaften aus einer Parallelwelt, dem echten Leben. Seit Wochen ergehen sich alle Talkrunden über Wulffs Handeln. Sollte Kanzlerin Merkels Vorschlag Früchte tragen, müsste die Bevölkerung sie mit Vorschlägen überschütten. Nicht Wissenschaftler in den Talkrunden sitzen, sondern der Bürger seine Meinung vertreten und akzeptiert wissen um in der letzten Stufe des Projektes mit erleben zu können wie es umgesetzt wird. Zukunftsmusik? Dazu brauchten wir die Medien die einzelne Vorschläge publizieren, die öffentlich diskutiert werden, denn die Medien funktionieren nach dem Pawlow`schen Reflexen. Ein Reizwort und alle stürmen in die gleiche Richtung, in diesem Fall herzlich willkommen beim denkenden, verantwortungsvollen Bürger. Früher war die Zukunft verlockenderSamstag, 7. Januar 2012
Das Leben besteht aus zwei Hälften, in der ersten wird es gelebt, in der Zweiten interpretiert. Denke, beide Hälften beruhen auf einer Selbsttäuschung. Die Jugend erfindet eine schönere Zukunft, das Alter eine schönere Vergangenheit. Eine Illusion ist das eine so gut wie das andere, ganz sicher aber um die Gegenwart besser zu ertragen. Was ist das für eine Gegenwart ohne täglich neue Wünsche und Erwartungen an die Stunden, in den meist verplanten Stunden, die einfach erledigt werden müssen, um die Anforderung die das manchmal noch recht vage Lebensziel stellt, voranzutreiben. Du siehst deine Zukunft, die deiner Freunde, deiner Verwandtschaft begleitetest du, weiter geht es um die Zukunft deiner Stadt, da fängt das leichte Unwohlsein schon an und um beim Gedanken der Zukunft deines Landes, würgt es dich schon, denn die Politiker die du gewählt hast, planen die Zukunft anders als du es dir gewünscht hast, genau genommen verbauen, verplanen, ja versauen sie dir deine Zukunft.
Es ist Sache deines sozialen Standes wie es gelingt, eine Zukunft nach Wunsch zu erreichen. Historiker sind nicht von Haus aus Pessimisten, aber ihre Erkenntnis geht eindeutig dahin, dass Herrscher oder Politiker eines Landes seinen Bürgern niemals eine Zukunft nach ihren Anforderungen ermöglichen konnten. Scheinbar muss die Erfüllung eines Zieles, einer Zukunft, ein Streben mit und aus allen Kräften geeint, gebaut und erwirtschaftet werden. Andererseits gab es berühmte Schriftsteller die lehnten die Zukunft einfach aber konsequent ab. Heute ist die Zukunft ganz klein, dünnhäutig, erträgt keine große Anstrengungen mehr, wir fürchten um unseren Planeten und statt einer Planung verkriechen wir uns im Computer, und erspielen uns eine Zukunft. Unakzeptables Spendenverhalten der JapanerFreitag, 6. Januar 2012
Gottseidank kennt unsere Gesellschaft, obwohl sie massiv unter Werteverlust leidet, immer noch das Gefühl des Mitleidens. Trifft eine schreckliche Katastrophe ein Land, werden die Spendenkonten rasch, rasch dank der Medien gefüllt, Wie viele Milliarden für Japan, dem Erdbeben, den Tsunami und seine ungeheure Auswirkung insgesamt gespendet wurde, weiß wohl keiner so genau. Die entsprechenden Organisationen halten sich mit Aussagen darüber meist bedeckt. Aber unsere Hilfsbereitschaft bedeutet auch, zügig Schutzmaßnahmen einzuleiten und das Unglück in seinen Auswirkungen so klein wie möglich und so fern wie möglich von uns zu halten. Unbürokratisch sofortige Hilfe bleibt meist ein unerfüllbarer Wunsch, wie wir wissen Zu welch drastischer Form der Spendenausgabe Japan greift zeigt diese Meldung. Es geht um eine Entscheidung japanischer Politiker, zu ihrem Nachtragshaushalt. Darin heißt es: 22 Millionen Euro, explizit aus Spendengelder, werden zur Sicherung der Walfangschiffe gegen Angriffe von Umweltschützern ausgegeben, also militärisch aufgerüstet. Vom Einsatz der Drohnen ist die Rede, die vorab das Meer absuchen, ob und wo Greenpeace-Leute versuchen Walfänger daran zu hindern Wale abzuschlachten. Japan darf in dieser Saison die gerade begann, für wissenschaftliche Zwecke 900 (Neunhundert) Wale töten und das Fleisch anschließend verkaufen. Die Tatsache, dass viele der geschädigten Menschen noch in Turnhallen hausen, scheint weniger zu berühren. Aber Walfangschiffe können aufgerüstet werden um weitere 900 Wale brutalst umzubringen. Das Argument zu wissenschaftlichen Zwecken trägt längst nicht mehr. Anscheinend kann kein Veto anderer Länder diesem Einhalt gebieten. Ich verstehe das klar als Missbrauch von Spendengeldern und staatlicher Mittel. Dass Spendengelder vielerorts nicht da landen, wo sie hingehören, ist bekannt, aus Japan ist es eine befremdliche Information. Spenden um Walfangschiffe militärisch aufzurüsten, um Greenpeace-Leute, die die Wale schützen, kampfunfähig zu machen, wenn nicht gar schlimmeres zuzufügen, war von den Spendern sicher nicht gewollt. Es sollte eine Möglichkeit geben, bei Spenden FÜR EIN Land mitzubestimmen wie und wo sie eingesetzt werden. Für den Walfang waren sie nicht gedacht. . . Früher lag die Pistole schussbereit im SchreibtischDienstag, 3. Januar 2012
Selten dass ich aktuelle Skandale sofort kommentiere, aber wenn ich anfange mich als Deutsche zu schämen, muss es sein. Unser Bundespräsident Christian Wulff hat meine Ehre im In-und Ausland schwer beschädigt. Können und wollen wir unseren Bundespräsidenten verteidigen? Er hat unser Ansehen schwer beschädigt. Wagt es in Kuwait die Scheichs in unserem Namen zu begrüßen samt Gattin winke, winke, während wir uns die Decke über den Kopf ziehen vor Scham. Denke die Scheichs sind Informiert, über diese schlechte Seite vom öffentlichen Deutschland. Unsere Bundeskanzlerin wird sich in den Allerwertesten beißen wollen über dieses Oberhaupt. Frage grundsätzlich; brauchen wir einen Bundespräsidenten, nachdem Debakel Köhler, nun Wulff. Wer sollte es denn richten, Achtung und Würde zu vermitteln? Wulff dieser Gesichts- und rückgratlose Präsident wird sich nicht selbst als Ehrenmann richten und sich die Pistole an die Stirn halten, oder wie Möllemann den Fallschirm benutzen. Er spielt seine Position aus, droht per Handy, Männern die sich Pressefreiheit auf ihr Banner hefteten. Wie lange hält sich noch seine Hannoveraner Clique, Schröder, Maschmeyer und Konsorten die ihn einst hoch schubsten zum Bundespräsidenten, in Ermangelung einer Persönlichkeit, dachte man, viel kann er nicht anrichten, ein paar Honneurs hie und da, eine Weihnachtsansprache das war`s. Sollte Wulff zurücktreten, bekäme er auf Lebenszeit 200.000 Euro vom Steuerzahler, Auto, Büro, Sekretärin obenauf. Völlig ungerecht, erklären sie das den Menschen in Deutschland als gerecht und wundern sich über die Verdrossenheit im Land über Tun und lassen unserer Politiker.
Haben wir das verdient? Allen ein unkompliziertes heiteres JahrSonntag, 1. Januar 2012
Ohne noch mehr Kontrolle über uns So jungfräulich liegt das Jahr vor uns, selbst Schlagzeilen interessieren uns noch nicht und Naivlinge wünschten dass es so bleiben möge. Leider reicht der gewohnheitsmäßige Griff zur Fernbedienung aus, um uns sofort in ein Durcheinander zu katapultieren, wie gehabt und wie gewohnt. Schon rattern Medien was der Bildungsbürger unbedingt wissen muss. Dabei sind es die kleinen Nachrichten die ohne dicke Headline auskommen, die wir irgendwann zu spüren bekommen, die im Parlament so unter der Hand fast unbemerkt ihren Lauf nehmen. Beinahe unbeachtet revolutioniert die Bundesregierung die zivile Luftfahrt. Erst mal ging es um die Anfrage, sollen unbemannte Flugsysteme zugelassen werden, sogenannte Drohnen? Selbstverständlich werden sie zugelassen, beschäftigen sich die Parlamentarier damit, setzen sie ihr Zeichen. Der rührige Verkehrsminister Ramsauer muss und will in die Geschichte eingehen, da kommen die Drohnen zur rechten Zeit. Natürlich in friedlicher Absicht werden in absehbarer Zeit über uns stehen, wache Augen und noch eine Kontrolle .Das Gesetz legt den Grundstein dafür, dass künftig bemannte und unbemannte Luftfahrtgeräte gleichberechtigt am Luftverkehr teilnehmen. Im Klartext: Das bisher gültige Verbot für im Fachjargon „Unmanned Aerial Sytems“UAS soll aufgehoben werden Ob der Regierung die Tragweite ihres Vorhabens gewusst ist, darf wie immer bezweifelt werden. Denn die Auswirkungen kennt heute noch niemand, zu verlockend ist das Gerät bzw. die Drohne ohne Ende einsetzbar verlockende Möglichkeiten. Ein echtes Spielzeug für die Polizei, die heute mit Kameras bestücke Minihubschrauber mit begrenzter Reichweite und Flugdauer einsetzen muss und davon träumt, mit einer automatisierten Totalüberwachung durch fliegende Augen das Volk zu überwachen. Also dürften zum Thema zukünftige Debatten im Plenum deutlicher und lebhafter ausfallen, Sicherheitsfragen und damit auch weitreichende Neuregelungen müssen geschaffen werden. Was die Öffentlichkeit bzw. wir dazu sagen liegt klar auf der Hand. Nein- noch mehr Überwachung sprengt einfach unsere Vorstellungskraft. Sicherheit durch Drohnen bleibt suspekt, denn mit Sicherheit können Drohnen militärisch aufgerüstet werden, das zeigte uns der Afghanistankrieg. Dem Missbrauch öffnet es Tür und Tor. Wintereinbruch/ eine ErzählungMittwoch, 21. Dezember 2011
Damit war nicht zu rechnen gewesen, Winter wie es ihn früher gab, fand schon lange nicht mehr statt, nun heute diese Kälte.
Gestern schien die Sonne, wärmte Schultern und Gesicht, machte den Tag im Freien, unter der Brücke erträglich. Heute trieb der Wind zuerst Regen im wechselndem Licht der Wolkenberge, dann peitschende grobe Schneekörner vor sich her. Trafen ihn ungeschützt. Warum war er nicht bei ihnen geblieben? Die Andern hatten ein Feuer entzündet, mit Plastikplanen Wind und Schnee abgehalten. Sie waren laut, rot leuchteten ihre Gesichter vom Wein und Widerschein; Kurt bleib, wo willst du hin? Er hörte ohne zu antworten, packte seinen Rucksack, winkte aufschulternd mit der freien Hand, verließ den Unterstand und die Freunde der letzten Tage. Festsetzen hätte er sich können, schön war’s, wenn nicht der Atem so schwer geworden wäre. Nun beugt er sich vor dem Wind mit halbgeschlossenen Lidern, durchatmen können, jetzt da er allein, fast heiter den Graupeln des Schnees die Stirn bieten, die frostig gegen die Hände schlugen, sie erwärmten. Weitausholend, die Beine steckten in groben wärmenden Schaftstiefeln, erreichte er die Innenstadt mit ihren Lichtreklamen und schützenden Vorbauten der Kaufhäuser. Menschen, gesichtslos geworden durch Mützen und Schals, hasteten an ihm vorüber, oder kamen aus Restaurants überrascht in den Schnee blinzelnd eilten sie zu ihren Autos. Windlos fiel nun der Schnee in dicken Flocken. Er setzt sich auf seinen Rucksack, unter ihm vibriert der Luftschacht warm von durchfahrenden U-Bahnen. Sieht den tanzenden von den Lichtreklamen unterschiedlich gefärbten Schneeflocken zu. Still war’s, nur eine Kirchturmuhr schlug, als wolle der Ton die Schneewand brechen, die dicht und unaufhörlich ihm die Sicht nahm. „Kurt wo warst du solange“? Die erhobene Hand traf sein vor Kälte rotes Gesicht. „Hab ich dir nicht gesagt“; Schläge prasselten auf ihn, den Kopf in der Armbeuge versuchte er sich zu schützen. Seit der Vater nicht mehr arbeitete, saß er Zuhause mit der Uhr in der Hand. Kurt hatte es erwartet, doch nichts konnte ihn davon abhalten mit Schulfreunden nach dem Unterricht, rodeln zu gehen. Und wie sie die Abhänge hinunter gesaust waren, meist zu dritt auf einem Schlitten laut johlend kippten, sich im Schnee balgten, mit wohlgezielten Schneebällen. Prustend das Flockige schluckten, sich aus den Augen wischten nur um gezielt den nächsten Ball plazieren zu können. Der Hang widerhallte von ihrem Geschrei. Ein kurzes Vergnügen, atemlos rannten sie die Ranzen geschultert nach Hause. Die Schläge nahm er stumm und verbissen dafür auf sich. Das gehörte zur Erinnerung wie der gleichmäßig fallende Schnee. Er wollte hinaus aus der Stadt, er wollte eine weite weiße Fläche sehen und sollte er Glück haben, vielleicht würde er einen Wald erreichen und das Weiß von den Zweigen schütteln. Längst war es Nacht geworden, eine helle Nacht und nun ganz menschenleer. Er lies die Häuser mit ihren hellen Rechtecken zurück, mäßigte seine Schritte, warm war ihm geworden. Er blieb stehen und sah sich um. Alle Unebenheiten sind überdeckt mit einer schnell anwachsenden Schneedecke, strahlte großflächig, blendete seine Augen. Von Weitem teilten zwei Autoscheinwerfer den Schnee in zwei rosa Hälften. Zu spät um in einem Obdachlosenasyl ein Bett zu bekommen. Er würde hier nächtigen in diesem unberührten, Stillem, umgeben von tanzenden Flocken, die zärtlich sein Gesicht berührten und schmolzen wie tausend kleine Küsse. Morgen würde er zurückgehen sich wieder unter Menschen mischen, vielleicht wieder bei den Kumpels unter der Brücke sitzen, über ihre derben Witze lachen, Ausdruck ihrer Einsamkeit und Angst vor dem Alleinsein. Aus seinem Rucksack nahm er die Schaumstoffrolle und eine Decke, sein Schlafsack ist gestohlen, verständlich, wenn man solange unterwegs war wie er. So lag er zugedeckt auf dem Schaumstoff, blinzelte in den Nachthimmel, sah den schmalen Silberstreifen des Mondes. Es hatte aufgehört zu schneien, der Wind frischte auf, aus Schnee wurde Eis. So war der Winter zurückgekommen. Ganz kostenlos bekam Kurt seine eigene, Todesanzeige. Die Kumpels unter der Brücke reichten die Notiz in der Zeitung weiter; der hat es hinter sich, meinte einer und hob seine Tasse mit dampfendem Glühwein; las laut den Text: Der Wintereinfall letzte Nacht forderte sein erstes Opfer, ein junger Mann wurde erfroren aufgefunden. Prost Kurt, hast es hinter dir, bis bald". Triebfeder für die Politik, Macht und GierSamstag, 17. Dezember 2011
Selbstverständlich ist dies das Handwerkszeug um in die Politik einzusteigen. Nur Naivlinge nehmen an, wer in die Politik geht muss ein starker Idealist, wenn möglich gar Visionär sein, der seinen Eid ablegt, zum Wohle des Volkes, zu arbeiten und zu entscheiden. Sieht so aus, dass einige Jahrzehnte diese Meinung unter dem Volk herrschte, da gab es charismatische Politiker ,die Schaum vor dem Mund ihre politischen Gegnern zu Leibe rückten, das Volk sah es mit Wohlgefallen, ging es doch um ihr Wohlergehen. Dieser Zustand sei der Jugendlichkeit einer Nachkriegszeit geschuldet. Aber dieser Traum ist ausgeträumt. Heute darf man durchaus Politikern Macht und Geldstreben unterstellen. Vor allem es ist erlaubt. Es sei gestattet. Wir können keinen Politiker ablehnen, dem seine Kontodaten im Kopf näher sind als der Tages- Satz eines Hartz IV-Empfängers. Vielleicht ist der eine oder andere unter ihnen, den wirkliches Interesse umtreibt, der etwas Verändern möchte. Aber bis der alte Tanker Deutschland sich bewegt ist die Luft meist raus, die Ideen die Visionen zermahlen im täglichen Gebrauch unter seinesgleichen. Denn von Wirklichkeit und Realität auf den Straßen bekommt er nicht viel mehr mit. Es ist eine Connection, wie sie uns aus Hannover vorgeführt wird. Eine starke Runde /Rotweinrunden) von ehemaligen, Bundeskanzlern und Bundespräsidenten, nichts gegen einzuwenden, wenn rein privatim. Aber ganz sicher, wenn beide Hände mitten in den Euros wühlen, nach dem Motto, wer zuerst kommt mahlt zuerst, eine sogenannte Selbstversorgermentalität als oberstes Gebot gilt..Zu spät stellten die Politiker fest, dies tumbe Volk strafft den Rücken und hält die Augen offen. Solange man ihnen vorwirft sie sind Schuld an der Krise, Ihnen die lebensnotwendigen Bildungschancen streicht, sie für dumm verkauft, sie zur Tafel und Kleiderkammer schickt, jene, die die letzten 20 Jahre bei Siemens oder EON arbeiteten, jetzt Drückeberger tituliert, braucht sich über Neonazis oder Verweigerer nicht wundern. Wenn ein Senator 11 Tage im Amt ist, sich erst mal nur umtut, dann gehen muss und als Abschiedsgeschenk ca. 50.000 Euro bekommt, oder Generalsekretäre und Minister nach kurzer, ja kürzester Arbeitszeit, beim Abschieben oder Ausscheiden, eine lebenslange, gute Rente sicher haben. Dadurch ist heute der Abgang eines Politikers kein Drama, er geht und fällt in eine neue Eurokiste. Möllemann reibt sich noch immer die Augen und bereut bitter, ohne offenen Fallschirm gesprungen zu sein. Ein Bauer gegen MonsantoMittwoch, 14. Dezember 2011
Im Frühjahr gewann ein Hobbyimker gegen einen Großbetrieb der genmanipulierten Mais in Reichweite seiner Bienenstöcke anbaute und er seinen schadstoffhaltigen Honig entsorgen musste. Ein erfreulicher Erfolg der Mut machte und hoffen ließ, dass er Nachahmer findet. Nachahmer aber brauchen Zeit, Geduld, Durchhaltevermögen und viel Geld. Jetzt wird bekannt, ein französischer Landwirt, Paul Francois, zerrt den Pestizid- Saatguthersteller und Giftmischer Monsanto vor Gericht wegen Vergiftung. Dazu muss man wissen, Monsanto ist der größte Chemiegigant der Welt, ohne soziales Gewissen. Es gehört nachgerade tiefe Verzweiflung dazu einer Einzelperson, diesen Giganten anzugreifen und das im französischen Land, dass sich nicht durch Ökofreaks hervortut. Francois, ein durchaus konventioneller Bauer aus einem 450 Seelen-Dorf brachte im April 2004 ein Unkrautvernichtungsmittel auf seinem Maisfeld aus. Als er den nicht gänzlich leeren Container öffnete, um diesen zu reinigen, schlug ihm ein penetranter Geruch entgegen und Francois fiel ins Koma, erlitt Gedächtnisverlust und Nervenentzündungen und ist heute mit 47 Jahren ein Bauer der nur noch eingeschränkt arbeiten kann. Paul Francois litt an einer nachgewiesenen Vergiftung mit dem Monsanto-Produkt-Lasso. Es wurde in den USA als Herbizid zugelassen. Dieses Vernichtungsmittel wurde in anderen europäischen Ländern wegen seiner Gefährlichkeit nicht zugelassen, aber französische Bauern nutzten es kräftig. Nun erreichte Francois bei Gericht aufgrund seiner Berufsunfähigkeit, dass auch in Frankreich das Herbizid verboten wurde. So wie vor kurzem bei uns der Mais MON810, darüber berichtete ich schon des Öfteren. Monsanto ein aggressiver Vermarkter von Pestiziden und gentechnisch veränderten Produkten kennt keine Rücksicht, wenn es um die Vermarktung seiner Produkte geht. In Amerika verklagte der Konzern, mehr als hundert Bauern mit dem Vorwurf, Patente auf genetisch modifiziertem Saatgut verletzt zu haben. Dieser Großkonzern will die Herrschaft über alles Saatgut auf der Welt und bestimmen, wie, wann und wo es angebaut wird, auch auf die Gefahr hin, dass reihenweise Bauern an Gesundheitsschäden leiden und still in ihrer Ecke verrecken. Spenden zur Sicherung der WalfangschiffeSamstag, 10. Dezember 2011
Gottseidank kennt unsere Gesellschaft, obwohl sie massiv unter einem Werteverlust leidet, noch das Gefühl des Mitleids. Trifft eine große umweltschädigende Katastrophe ein Land, werden die Spendenkonten überschüttet. Wie viele Milliarden für Japan, für den Tsunami und seine ungeheure Auswirkung auf Nachbarländer, insgesamt gespendet wurde, weiß wohl niemand so genau zu sagen. Unsere Hilfsbereitschaft bedeutet gleichzeitig, Schutzmaßnahmen einzuleiten und das Unglück in seinen Auswirkungen so klein wie möglich zu halten. Wobei Verschwiegenheit nicht gemeint ist. Nun gab es eine Meldung japanischer Politiker zu ihrem Nachtragshaushalt, der mich mächtig empört. Es wurde geschrieben: 22 Millionen Euro Spendengelder werden zur Sicherung der Walfangschiffe gegen Angriffe von Umweltschützern ausgegeben. Japan darf in dieser Saison für wissenschaftliche Zwecke 900 (Neunhundert) Wale töten und das Fleisch anschließend verkaufen. Ich verstehe das ganz klar als Missbrauch von Spendengelder und staatlicher Mittel. Nicht unbekannt ist, dass mit Spenden das Leben korrupter Politiker finanziert wurde und weiter wird, was ich japanischen Politikern nicht unterstellen mag. Spenden um Walfangschiffe militärisch aufzurüsten um Greenpeace-Leute, die die Wale schützen, kampfunfähig zu machen, wenn nicht schlimmeres zuzufügen. Dafür sollte es eine Möglichkeit geben, Spenden eines Landes bei Missbrauch zurückfordern zu können. Wir spenden, dass geschädigten Menschen schnell und ohne große Bürokratie geholfen wird, dass sie mindestens ebenso wie zuvor ihr Leben führen können. Klar ist, die Menschen hausen noch in Turnhallen aber die Walfangschiffe können aufgerüstet werden um weitere 900 Wale brutalst umzubringen, das Argument zu wissenschaftlichen Zwecken trägt längst nicht mehr. Leider, keine Instanz kann ihnen das Handwerk legen. Für wissenschaftliche Zwecke scheinen die Wale die jährlich auf jämmerlichste Weise an den Ufern krepieren, weil die Lautstärke unter den Weltmeeren ihren Orientierungssinn völlig durcheinanderbringt, wohl nicht geeignet. Eine verdammte Schande. . Was ist „Swag“?Dienstag, 6. Dezember 2011
Der Buchverlag Langenscheidt suchte per Internet das Jugendwort 2011, wobei circa 40.000 Interessierte für das Wort. Swag votierten. Da bleibt nur Kopfschütteln für die Gruftis. Vor gut zwanzig Jahren kamen die „Bockstarken“ auf den Markt und Bockstark soll in der Jugendsprache so was wie fetzig, sahnemäßig oder auch geil bedeuten, ist aber glaube ich längst out. Vor kurzem gab es den Ausschnitt im TV, eine Theaterinszenierung irgendwo im hessischen, den Klassiker Faust: Gretchen zu Faust:“du, irgendwie heb ich total ab, so ein bärenstarkes Feeling hab ich noch nie gehabt.“ Faust darauf: „Ich flipp auch völlig weg, weil ich so brutal happy bin.“ also wer das hört, selbstverständlich außerhalb des jugendlichen Alters, kann nur stöhnen mit Gretchen:“ Mich überläuft`s “.für wen frage ich mich, wurde „Faust“ inszeniert, total geil für Schüler, denke aber, dass schon nach dem Abitur der Klassiger, den man schließlich mühsam auswendig lernen musste, den so wieder hören möchte. Dafür wird man dann eben für einen Grufti, eine Mumie, oder auch eine Kalkleiste gehalten. Sei´s drum, wie wir Kids vor ungefähr 100 Jahren zu sagen pflegten. Nun werde ich dank der „Süddeutschen“ dieses Swag auch erklären. Der Weg über das Substantiv führt freilich schwer in die Verengung, The swag heißt Diebesbeute oder Hangendabsenkung, was mir wirklich nichts sagt. Die Hangendabsenkung hat nichts mit dem beliebten Abhängen zu tun, sondern mit der über einem Flöz liegenden Gebirgslast. (geschnallt?) Ziemlicher Umweg im Falle von Swag und das hat mit Konnotationen zu tun, von to swagger (stolzieren, prahlen) wurde so gebündelt, dass die Hauptbedeutung, lässig-coole Ausstrahlung oder charismatisch-positive Aura dabei herauskam. Der österreichische Sänger Money Boy sang den Titel „Dreh den Swag“ auf und das hat sich wohl eingebürgert bzw. durch das Ohr gesogen, denn es heißt darin:“mein Swagger ist total außer Kontrolle/ich bin echt nice/Kannst du verstehen/.
Ich weniger, aber so ein totaler Grufti, wie ich, seufzt bei all dem ganz mit Goethe: „meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer.“ Ich vermute das Wort „Swag“ dauert nicht einmal eine Jugendzeit. Es ist vollbracht - Thomas Gottschalk hat fertigSonntag, 4. Dezember 2011
Eine Chance für den Lügenbaron und 'Gaukler
Gibt es jemand in Deutschland der innerhalb der das Gesicht von Thomas Gottschalk in den letzten 23 Jahren nicht gesehen hat? Er und seine Sendung wurden Tradition, mehrmals im Jahr bekamen Fernsehzuschauer ein Schau geboten, in der sie sich mittig fühlten, der Kinder die sonst Fernsehverbot hatten, die Erlaubnis bekamen „Wetten, dass“ zu gucken. Viel Wasser ging in der Zeit den Bach runter, doch so sicher wie das Amen in der Kirche, kam die Voransage für „Wetten, dass“ und die Planung für einen Abend Gemeinsamkeit innerhalb einer Familie konnte beginnen. Manche zähneknirschend, manche freiwillig, versammelte man sich vor dem Fernseher diskutierte und lachte über die Wetten und der Gottschalk Sprüche. Gottschalk zeigte Empathie, Witz, vor allem Respekt vor den Menschen und Anstand im Umgang mit ihnen. In Erstaunen konnte ihn seine Mitspieler bringen, in Verlegenheit nie. Die ersten 15 Jahre sah ich nie „Wetten, dass“ weil mich eine Show nie interessiert und ich eine derart lange Zeit nicht an einem Samstagabend am Fernseher vergeude, außer es gibt einen guten Film. Auch gestern sah ich auf „arte“ einen Film, durch zappen, bekam ich ein paar Sprengel von Gottschalks letzter Show mit. Bei mir war es eindeutig die Fernbedienung durch die ich Gottschalk kennen lernte, damit ist es möglich, bis zu drei Sendungen am Abend zu sehen. Warum nun diese Kolumne über eine derart lange Sendung in jeder Hinsicht? Weil sie einen Moderator hatte, der sich so akzeptierte wie er ist und sich angstfrei präsentieren konnte. Er mochte sich und das Leben um ihn herum. Zu Unrecht wirft man ihm Oberflächlichkeit vor, Intellektuelle die in wöchentlichen Talkshows rumsitzen, winken ab, geht’s um Gottschalk der nie in einer Talkshow saß. Ob Precht, Scrobel, oder Willemsen, die sich als Volksaufklärer gerieren, gab Gottschalk allein durch seine Ausstrahlung den Menschen zumindest Zuversicht und Hoffnung für einige Stunden. Ersetzt in der Öffentlichkeit kann er nicht werden, wer traut sich heute denn so zu sein, wie er glaubt, dass er ist. Nur einer, unser Karl Th. zu Guttenberg und hier hat das ZDF, den Auftrag und die Pflicht ihn zu berufen.
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